Noten von: Hoffmeister, Franz Anton

Als achtes von insgesamt elf Kindern seines Vaters Martin Hoffmeister und dessen Ehefrau Regina, geborene Nadler, wuchs Franz Anton bis zu seinem vierzehnten Lebensjahr in Rottenburg auf. Dann ging er nach Wien und wurde dort nach juristischen und musikalischen Studien Organist. Zugleich betätigte er sich als Verleger. 1800 gründete er mit Ambrosius Kühnel in Leipzig das Bureau de musique, welches heute noch als Verlag C. F. Peters existiert. Nach dem Tode seines Kompagnons A. Kühnel schied er wieder aus und kehrte bis zu seinem Tod nach Wien zurück. In seinem Verlag veröffentlichte er neben seinen eigenen Kompositionen auch Werke von Haydn, Mozart und Beethoven. Ludwig van Beethoven, dessen berühmte Sonate Pathetique op. 13 Hoffmeister als erster verlegte, nannte ihn einmal einen „Bruder in der Tonkunst“. Sein persönlicher Freund Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Klavierquartett KV 478 zuerst bei ihm verlegt wurde, schätzte ihn sehr, ersuchte Hoffmeister immer mal wieder um Vorschuss und widmete ihm gar ein „Hoffmeister-Quartett“ KV 499. Joseph Haydn, von dem er ebenfalls Kammermusiken verlegte, durfte sich von Hoffmeister in einem Brief an dessen Kompagnon gar einen „geizigen Character“ nennen lassen. Trotz seiner Tätigkeit als Verleger und Musikalienhändler komponierte Hoffmeister neun Opern, darunter die in seiner Zeit bekannte Der Königssohn von Ithaka mit dem Text von Emanuel Schikaneder, fast siebzig Sinfonien, 42 Streichquartette, viele Serenaden, Instrumentalkonzerte und unzählige Kammermusiken in allen denkbaren und manch ausgefallenen Besetzungen, sowie einige weltliche und geistliche Vokalkompositionen. Das bekannte Konzert für Viola und Orchester in D-Dur ist Pflichtstück für alle Bratscher, die heutigentags um die Aufnahme in ein Berufsorchester vorspielen möchten. Neben der Viola ist die Musik Hoffmeisters heute auch im Standardrepertoire bei Flötisten und Klarinettisten und bei vielerlei Besetzungen im Bereich der Kammermusik. Insgesamt ist Franz Anton Hoffmeister als einer der bemerkenswertesten, geschicktesten und produktivsten Komponisten gehobener, kunstvoller Unterhaltungsmusik seiner Zeit zu sehen. Seine Werke fanden beim damaligen Publikum großen Anklang. Er gehörte zu jenen guten Komponisten, die das damalige dichte Musikleben mit Literatur versorgten, deren Stil dem der „galanten“, „empfindsamen“ Epoche, dem Rokoko angehörte und die damals sehr verbreitet war.


Quelle: Wikipedia (03.08.2014)