Noten von: Sgambati, Giovanni

Sgambati stammte aus bürgerlichen Verhältnissen, sein Vater war Rechtsanwalt in Rom, seine Mutter die Tochter des englischen Bildhauers Joseph Gott (1786–1860). Er erhielt bereits früh ersten Klavierunterricht und trat schon im Alter von sechs Jahren öffentlich auf. Nach dem Tod des Vaters im Jahre 1849 setzte er seine Ausbildung in Trevi fort. 1860 kehrte er in seine Geburtsstadt zurück und trat als Pianist öffentlich auf. Als kurz darauf Liszt nach Rom kam, geriet Sgambati unter seinen Einfluss und wurde sein Schüler. Er begann nun, die sinfonische Musik, besonders die Werke Beethovens, aber auch die Liszts in Rom bekannt zu machen. 1869 folgte er seinem Lehrer nach Deutschland. Hier traf er Anton Rubinstein und lernte auch die Musik Wagners kennen und schätzen. Auch dessen Werke führte er kurz darauf - allerdings nur ausschnittsweise - in seiner Heimat auf. Über Wagner kam Sgambati auch an das Mainzer Verlagshaus Schott. Den Komponisten selbst traf er 1876 in Rom und wurde von ihm ermuntert, sich auch an größeren sinfonischen Werken zu versuchen. Dem Rat, Opern zu schreiben, folgte er jedoch nicht. In den 1880er Jahren entfaltete er eine rege Reisetätigkeit, die ihn konzertierend nach England, Frankreich und Deutschland führte. Gleichzeitig blieb er seinem Grundsatz treu, immer wieder in seiner Geburtsstadt dort kaum bekannte instrumentale Werke, etwa von Bach, Mozart oder Haydn zur Aufführung zu bringen. 1891 lehnte er den Ruf Rubinsteins Nachfolger am Sankt Petersburger Konservatorium zu werden ab, da er sich seiner Heimatstadt zu sehr verbunden fühlte. Im Jahre 1893 wurde er zum künstlerischen Direktor der Società Filarmonica Romana ernannt, die nach seinem Tode den Konzertsaal ihres neuen Stammsitzes nach ihm benannte. 1903 trat er von allen öffentlichen Ämtern zurück und war nur noch als Lehrer tätig.


Quelle: Wikipedia (03.08.2014)