Noten von: Carulli, Ferdinando

Carulli erlernte zunächst das Cellospiel, zeigte jedoch bald starkes Interesse für die Gitarre. Mit etwa zwanzig Jahren begann er, sich das Gitarrenspiel beizubringen. Dieses Instrument stand von nun an für ihn im Mittelpunkt. Da zu dieser Zeit in seiner Heimatstadt Neapel kein Gitarrenlehrer zu finden war, war er gezwungen, eine eigene Spieltechnik zu entwickeln. Daneben studierte er auch Musiktheorie. Nachdem er seine technischen Fertigkeiten auf der Gitarre ausreichend entwickelt hatte, gab er zuerst in Neapel und später auch außerhalb Italiens, besonders in Frankreich, Konzerte. Dort lernte er auch seine zukünftige Gattin Marie-Josephine Boyer kennen, mit der er einen Sohn, Gustavo Carulli hatte. Nach diesen Konzertreisen zog er zunächst nach Mailand. Einige erste Veröffentlichungen von Kompositionen für Gitarre erschienen um 1807 bei Ricordi in Mailand. Nach einem Aufenthalt in Wien ließ er sich ab April 1808 endgültig in Paris nieder. Dort galt er in den aristokratischen Salons als erster Gitarrist der Stadt. Carulli war der erste Musiker, der die Gitarre in Paris „salonfähig“ machte. François-Joseph Fétis berichtet in der Biographie universelle: "Der Künstler kam im April 1808 in Paris an, gab einige Konzerte und hatte überwältigenden Erfolg. Schon bald wurde er zum homme à la mode, sowohl als Virtuose wie auch als Lehrer". Man sagt, dass er nicht der temperamentsvollste Musiker war, jedoch in hohem Tempo und präzise zu spielen vermochte . Mit Dionisio Aguado und Mauro Giuliani war er ein früher Vertreter des Anschlags mit den Fingernägeln. Gemeinsam mit dem Instrumentenbauer René François Lacôte leistete er wichtige Beiträge zur technischen Verbesserung der Gitarre. So entwickelte er zusammen mit Lacôte eine zehnsaitige Gitarre (Décachorde) und brachte zugleich ein Lehrwerk speziell für das zehnsaitige Instrument heraus. Er verfasste eine populäre Gitarrenschule und schuf insgesamt rund 400 Werke, in der Mehrzahl für Gitarre und Flöte.


Quelle: Wikipedia (03.08.2014)