Noten von: Preussen, Louis Ferdinand von

Der dritte Sohn des Prinzen Ferdinand von Preußen und seiner Gemahlin, der geborenen Prinzessin Anna Elisabeth Luise von Brandenburg-Schwedt, und Neffe König Friedrichs des Großen erhielt den Taufnamen Friedrich Ludwig Christian, wurde Louis gerufen und bekam alsbald den Beinamen Ferdinand (nach seinem Vater), damit er von seinem ebenfalls Louis genannten Neffen 2. Grades, dem Prinzen Friedrich Ludwig Karl von Preußen (1773–1796), unterschieden werden konnte. Berichte und Quellen aus Louis Ferdinands Lebenszeit weisen darauf hin, sein leiblicher Vater sei nicht Prinz Ferdinand, sondern der Hofmeister seiner Mutter, Friedrich Wilhelm Carl Graf von Schmettau, oder vielleicht Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel gewesen. Diese eher als „Gerüchte und Klatsch“ zu bewertenden Annahmen können allerdings nicht als bewiesen gelten.


Prinz Louis Ferdinand schlug eine militärische Laufbahn ein, kämpfte im Ersten Koalitionskrieg mit und hatte zuletzt den Rang eines Generals. Er nahm am Feldzug des Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig gegen die französische Republik teil und wurde bei der Belagerung von Mainz 1793 verwundet. Louis Ferdinand gehörte 1805 zum Kreis der Personen um Königin Luise, den Freiherrn vom Stein und General Ernst von Rüchel, der dafür stand, Napoleon entgegenzutreten. Gemeinsam versuchten sie, den König davon zu überzeugen. Am 10. Mai 1805 übergab vom Stein eine entsprechende Denkschrift. Der König lehnte vorerst ab, gab schließlich jedoch dem Ansturm nach und befahl die Mobilmachung.


Tod


Als Generalleutnant und Kommandeur einer preußischen Vorhut fiel Prinz Louis Ferdinand am 10. Oktober 1806 im Gefecht bei Saalfeld, vier Tage vor der Schlacht bei Jena und Auerstedt. Dabei wurde der Prinz durch den französischen maréchal des logis (Unteroffizier) Jean-Baptiste Guindey (1785–1813) vom 10. Husarenregiment getötet. Dieser erhielt hierfür das Kreuz der Ehrenlegion, jedoch keine Beförderung. Letztere verweigerte ihm Napoleon mit der Bemerkung, ein gefangener Prinz wäre besser gewesen (Guindey avancierte später dennoch bis zum lieutenant en premier (Oberleutnant) und sous-adjudant Major (stellv. Regimentsadjutant)). In der Historiographie ist bis heute umstritten, ob Guindey den Prinzen alleine bezwang, oder ob ihm Kameraden assistierten (Richard Knötels bekannte graphische Darstellung Heldentod der Prinzen Louis Ferdinand bei Saalfeld greift letztere Version auf). Wahrscheinlich ist aber die Version des Tods im Einzelkampf: Guindey berichtete, er habe den zu Pferd flüchtenden Prinzen zunächst verfolgt und, als dessen Pferd beim Sprung über einen Zaun strauchelte, ihn mit einem Klingenhieb am Hinterkopf verletzt. Louis Ferdinand habe trotz der schweren Verwundung (!) weitergefochten, worauf Guindey ihn mit einem Stoß in die Brust getötet haben will.[4] Wahrscheinlicher jedoch ist, dass bereits der von hinten geführte Kopfhieb den Prinzen außer Gefecht setzte oder sogar tötete. Die Version der Tötung durch einen „ehrlichen“ Stoß von vorn stellt indes Guindey in ein heroischeres Licht dar. Bei einer Obduktion der Leiche wurde zudem festgestellt, dass der Stoß in die Brust von einer geraden Klinge herrührte, wie sie bei Degen oder Pallasch üblich ist. Husaren waren jedoch überwiegend mit Säbeln (geschwungene Klinge) ausgerüstet. Der Stoß in die Brust könnte dem vielleicht schon am Boden Liegenden eventuell post mortem beigebracht worden sein - vielleicht von einem „übermütigen“ französischen Plünderer (Louis Ferdinands Leiche war bei deren Auffinden teilentkleidet und des persönlichen Besitzes beraubt). Dazu passt die Aussage Guindeys, wonach er nach Louis Ferdinands Tod die Papiere des toten Generals an sich genommen und seinen Vorgesetzten überbracht habe. Die Leiche selbst und deren materielle Habe habe er französischen Plünderern überlassen müssen. Vielleicht war Guindey bereits bei dieser Gelegenheit Zeuge des Degenstoßes durch die Brust des Prinzen geworden, und hatte sich die ihm nun bietende Möglichkeit zur Aufwertung seines Verhaltens erkannt. Oder aber einer von Guindeys Vorgesetzten, die er zu der Leiche führte, verging sich im Siegesrausch an dem toten Prinzen, der in Frankreich als Franzosenfeind bekannt war. Ein derartige Leichenschändung hätte bei Bekanntwerden dem Ruf des Verursachers dennoch schaden können, weshalb vielleicht Guindey die "Schuld" auf sich nahm und zu seinem Vorteil münzte. Die Version, Louis Ferdinand sei von einer feindlichen Überzahl niedergemacht worden, bleibt bloße Spekulation. In diesem Falle hätten Guindeys Kameraden sicherlich ebenfalls auf eine Belohnung durch ihre Vorgesetzten gedrängt; dies aber ist nicht geschehen. Nach Louis Ferdinands Tod wurde sein Leichnam in der Fürstengruft der Johanneskirche in Saalfeld beigesetzt und fünf Jahre später, 1811, in den Berliner Dom überführt.


Quelle: Wikipedia (03.08.2014)